Das Kreuz mit dem Rücken
Aus IMPULS Oktober 1997, S. 23
Von Dr. Beat Stoller, Chiropraktor
Wie können Rückenschmerzen entstehen?"
"Rückenschmerzen und ihre Ursachen sind sehr vielfältig. Bei Nacken-Kopf- und bei Schulter-Nacken-Schmerzen ist die Ursache oft Kälte, Zugluft und mangelnde Wasseraufnahme. Sie können aber auch von Schlägen im Schulter- oder Kopfbereich herrühren wie bei Auffahrunfällen oder bei Stürzen. Im unteren Rückenbereich, also im Kreuz und im Bereich der Lendenwirbelsäule, sind sie meist von Überlastung und Fehlhaltungen verursacht oder aber durch Sturz- und Schlagverletzungen. Die häufigste Fehlbelastung: Sich bücken statt in die Knie gehen, wenn man etwas Schweres aufheben will. Oder Arbeiten in gebückter Haltung."
"Was lässt sich dagegen tun, wenn sie auftreten?"
"Wenn ein solches Problem auftritt und sich nicht innerhalb desselben Tages oder spätestens bis zum folgenden Tag deutlich bessert, sollte man den Chiropraktiker oder den Hausarzt aufsuchen. Er kann die Ursache abklären und rechtzeitig die nötige Behandlung einleiten. Auf keinen Fall sollte man einfach längere Zeit zuwarten. Meist werden dabei die Schmerzen nur schlimmer, und vor allem kann das Problem dabei chronisch werden. Es lässt sich dann nur noch mit sehr grossem Aufwand wieder beseitigen. Frühzeitig behandeln bringt hingegen oft auch eine rasche Besserung."
"Bei welchen Arten von Rückenschmerzen kann der Chiropraktiker helfen?"
"Die Chiropraktik kommt ohne Medikamente und Operationen aus. Sie wirkt hauptsächlich durch Manipulieren und Mobilisieren der meist blockierten Gelenke. Strecktherapie und geeignete Elektrotherapie lockern die beteiligten Muskeln und wirken unterstützend. Hilfreich sind diese Methoden bei den folgenden Gruppen von Konditionen und Erkrankungen: Nackenstarre, Nackenschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung. Gewisse Arten von Kopfschmerzen und Schwindel. Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule. Hexenschuss, Ischias und Schmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule. Chiropraktik kann aber auch sinnvoll sein gegen Störungen der Gelenke und Muskeln an Armen und Beinen."
"Was für einen Einfluss auf Rückenbeschwerden hat das Bettsystem oder die Schlafunterlage?"
"Im Tiefschlaf sinkt die Grundspannung der Muskulatur bis auf 20% des normalen Zustandes ab. Man hängt dann vollständig in den Haltebändern der Wirbelsäule. Darum ist ein altes Bett mit durchgelegener Matratze und geschwächten Lättli sicher nicht gut. Über 15 bis l 8 Jahre alte Betten sollten unbedingt ersetzt werden. Ein gutes Bett soll flach sein, sich der Körperform optimal anpassen, die Wirbelsäule gerade halten, und es sollte kein (Loch) unter dem Körper bilden. Wenn möglich seitwärts liegen mit: angezogenen Beinen oder auf dem Rücken! "
"Wie verhält man sich richtig, damit der Rücken gesund bleibt?"
"Indem man die folgenden Grundregeln konsequent befolgt. Ausreden wie < dieses eine Mal schadet es bestimmt nichts >, sind sehr gefährlich. Irgendwann ist es zuviel, und der Schaden ist da! Also: In die Knie gehen, statt sich zu bücken, vor allem mit einer Last in den Händen. Nicht zuviel auf einmal tragen. Lieber zweimal laufen. Gewicht gleichmässig auf linke und rechte Seite verteilen. Nicht einseitig tragen; lieber zwei Einkaufstaschen als nur eine. Längere Stiele an Besen und Staubsaugern montieren. Den Körper gut vor Kälte und Nässe schützen. Genügend Wasser zu sich nehmen, also 2 bis 3 Liter pro Tag!"