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Wenn Knochen schwinden

Von Dr. Andreas Messmer

Für den Stoffwechsel ist das Skelett von grosser Bedeutung: das Knochengewebe ist das grösste Kalziumdepot des Körpers. Hier findet - hormonell gesteuert - ein dauernder Umbau zur Aufrechterhaltung des Kalziumgleichgewichts im Körper statt.
Voraussetzung für die Erhaltung des Knochengewebes ist neben einer ausgewogenen Ernährung die normale Beanspruchung: Inaktitivät führt zu Knochenschwund.

Frauen betroffen

Häufigste Stoffwechselkrankheit des Skeletts ist die Osteoporose; mehr als 10 % der Bevölkerung leiden daran, und ständig werden es mehr. Betroffen sind ältere Männer und Frauen, besonders aber Frauen nach der Menopause.
Bei der fortgeschrittenen Osteoporose genügt oft schon ein Fehltritt, eine stärkere Erschütterung oder das Heben eines nicht allzuschweren Gegenstandes, um Einbrüche in den Wirbelkörpern oder einen Oberschenkelhalsbruch zu verursachen.

Altersbedingt

Etwa mit 30 Jahren erreichen unsere Knochen ihre maximale Dichte. In den ersten vier Lebensjahrzehnten wird etwa gleich viel Knochen auf wie abgebaut. Danach aber wird die Knochenmasse um etwa 1 % pro Jahr vermindert. Somit kommt es im fortgeschrittenen Alter zur altersbedingten Osteoporose, dem Knochenschwund, und damit zu verrninderter Knochendichte.
Schon in den ersten paar Jahren nach der Menopause hat der Oestrogenmangel einen beschleunigten Abbau des Knochengewebes zur Folge. Man spricht dann von einer negativen Kalziumbilanz.


Häufige Brüche

Mehr als ein Drittel aller Frauen erleidet irgendwann in der Zeit nach der Menopause einen Knochenbruch. Besonders betroffen sind der Unterarm, die Wirbelsäule oder der Schenkelhals. Nicht selten treten Einbrüche im Wirbelkörper auf, ohne dass ein Unfall bemerkt wird. Auffallend sind dann lediglich eine Zunahme des Rundrückens in der Brustwirbelsäule (Buckel) und die Abnahme der Körpergrösse. Recht häufig sind es aber die sehr schmerzhaften Oberschenkelhalsfrakturen bei älteren Frauen, die zur Behandlung einen Spitalaufenthalt notwendig machen.
Bei Verdacht auf Osteoporose wird man sich durch Röntgen, Laboruntersuche und heute vor allem mit Hilfe der sogenannten Densiometrie (Dichtemessung) Klarheit über den Zustand der Knochendichte verschaffen. Es muss auf jeden Fall auch abgeklärt werden, ob nicht ein anderer krankhafter Prozess als Ursache in Frage kommt.

Wichtige Vorsorge

Wir erreichen ein immer höheres Durchschnittsalter. Daher sind eine möglichst frühzeitige Erkennung der Osteoporose und insbesondere eine optimale Vorsorge von enormer Bedeutung.
Besonders gefährdet sind Frauen, bei welchen die Menopause vor dem 45. Lebensjahr eingetreten ist oder bei denen die sogenannte totale Hysterektomie (Entfernung beider Eierstöcke und der Gebärmutter) hat durchgeführt werden müssen.
Rauchen, übermässiger Alkoholgenuss, geringe körperliche Aktivität und ungenügende Kalziumzufuhr erhöhen das Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Regelmässige Bewegung und eine kalziumreiche Ernährung - Milchprodukte tragen viel dazu bei! - sind gute Massnahmen dagegen.

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