Operation vermieden
Von Dr. Bruno Gröbli
Eishockey ist ein harter Sport. Ein 26jähriger Spieler erleidet einen sogenannten Bandencheck in den Rücken, einen harten Stoss in die Umrandung des Spielfeldes. Anschliessend stürzt er auf das Eis. Danach ist sein Rücken «blockiert»; er verspürt ziehende Schmerzen im linken Bein - wie wenn einige tausend Ameisen in die Richtung seines Fusses wandern würden. Dazu kommen Kreuzschmerzen.
Die medizinischen und radiologischen Abklärungen (Röntgen) zeigen es deutlich:
Diskushernie der Bandscheibe zwischen dem untersten Lendenwirbel und dem Kreuzdarmbein. Leichte Lähmungserscheinungen am linken Fuss sind mittlerweile bereits eingetreten. Es stellt sich nun die Frage der therapeutischen Möglichkeiten: Physiotherapie, Chiropraktik oder - am wenigsten symphatisch - die operative Entfernung des störenden Bandscheibenmaterials, das die Nervenwurzel bedrängt.
Der Patient hat die Möglichkeit, chiropraktische Massnahmen zu wählen. Diese zielen darauf ab, die bedrängten Nervenwurzeln manuell und mechanisch, zu entlasten.
Dazu wird der Patient in eine rückenentlastende liegende Seitenposition gebracht. Unter gleichzeitiger manueller Zugspannung auf das betroffene Wirbelsegment wird der Innendruck der Bandscheibe vermindert. Bei dieser chiropraktischen Technik wird das vorgepresste Gallertgewebe des Kerns verschoben oder in die Bandscheibe zurückgezogen, und dabei wird die Nervenwurzel entlastet.
Entspannende Massnahmen für die verkrampfte Rückenmuskulatur werden begleitend eingeleitet. Diese Behandlungsart ist sehr schonend und kann Operationen vermeiden helfen, aber es muss äusserst vorsichtig vorgegangen werden. Es versteht sich von selbst, dass diese Tätigkeit ausschliesslich dem ausgebildeten und erfahrenen Chiropraktor vorbehalten ist.
Der Patient macht schnell Fortschritte, auch dank seiner guten körperlichen Verfassung als Leistungssportler. Nach zwei Wochen hat sich die Lähmung vollständig zurückgebildet; nach einer weiteren Woche kann mit rückenstabilisierenden Massnahmen begonnen werden - als Ausgleich wird Schwimmen empfohlen.
Bis der Eishockeyspieler sein volles Training mit starker physischer Belastung wieder aufnehmen kann muss mit einer Erholungszeit von rund eineinhalb bis drei Monaten gerechnet werden. Nur so können lästige Rückfälle vermieden werden.
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