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Einer für alles

Von Dr. Claude Supersaxo

Einer der ältesten Handgriffe der Chiropraktik trägt den erstaunlichen englischen Namen «Hole-in-One». Golf-Sportlern ist der Begriff als Name einer seltenen Meisterleistung bekannt: den Ball über die gesamte Strecke mit einem einzigen schnellen und gezielten Schlag einlochen.

Offenbar ist der chiropraktischen Methode ihr treffender Name verliehen worden, weil mit einem einzigen schnellen Griff an einem einzigen Wirbel die ganze Wirbelsäule beeinflusst werden kann, was wiederum einen beträchtlichen Einfluss auf den gesamten Körper hat. Behandelt werden Atlas und Axis, die beiden obersten Halswirbel. Der Atlas, der «Träger des Kopfes», ist der einzige Wirbel ohne Bandscheibe, der Axis ist der Wirbel, auf dem die Drehbewegung des Kopfes ruht.

Entwickelt worden ist die «Hole-in-One»-Behandlung in den dreissiger Jahren dieses Jahrhundert von Bartlett Joshua Palmer (1882 - 1961). Er hat die Theorie vertreten, der Ursprung aller Leiden des Bewegungapparates und aller davon ausgehenden Beschwerden sei in einer Fehlposition des Atlas zu finden: mit einem einzigen Griff könne alles behoben werden. Werde der Atlas, so Palmers Theorie, richtig positioniert, würden neurophysiologische Reflexe den ganzen Körper positiv beeinflussen.

Eine Besonderheit des «Hole-in-One» besteht in der Arbeit mit einem speziellen Behandlungstisch, auf dem der Patient in Seitenlage positioniert wird. Der Kopfteil dieses Tisches federt bei der Behandlung, beim Impuls, den der Chiropraktor auf den Atlas gibt. Das erleichtert eine fein dosierte seitliche Manipulation an der Halswirbelsäule. Während der Chiropraktor bei vielen Manipulationen eine gewisse Dehnung ins Gelenk bringen muss, wird es beim Hole-in-One ohne Dehnung gelöst.

  • Neurophysiologisch: Die Nervenfunktionen betreffend, die Vorgänge im Körper auslösen
  • Palpation: Das Abtasten mit den Fingern
  • Differentialdiagnose: Abklären aller möglichen Krankheiten, die Beschwerden auslösen können und Ausschliessen der sicher nicht zutretffenden
Heute gibt es kaum mehr Chiropraktoren, die die «Hole-inOne»-Technik auf die Behandlung des Atlas beschränken, denn die Methode kann auch bei anderen Gelenken erfolgreich angewendet werden. Zur Behandlungsmethode gehören auch eine besondere Diagnose und eine spezielle Röntgentechnik.

Während früher zur Behandlung zahlreicher Beschwerden Manipulationen ausschliesslich am Atlas vorgenommen wurden, ist heute die Bedeutung der Diagnose grösser: Mit Tests wird abgeklärt, ob die Halswirbelsäule als Quelle der Beschwerden im Vordergrund steht, die Symptome jedoch an anderen Orten auftreten, zum Beispiel in der Brustwirbelsäule oder am Herzen.

So hat «Hole-in-One» in den letzten Jahren eine Wandlung durchgemacht von der einseitigen und ausschliesslichen Methode zum wertvollen Teil eines ganzen Komplexes der modernen Chiropraktik.

Nicht zulässig, oft gar gefährlich, sind das Herauslösen der Behandlung des Atlas aus der chiropraktischen Lehre und die isolierte Anwendung durch Laien, so wie es in der sogenannten Atlaslogie und der Vitalogie geschieht. Vor die Manipulation an der Wirbelsäule stellt der sorgfältige und verantwortungsvolle Fachmann eine eingehende Diagnose. Dazu befugt sind ausschliesslich zugelassende Medizinalpersonen wie der Chiropraktor.

Differentialdiagnose: Abklären aller möglichen Krankkeiten, dic Beschwerden auskisen können und Ausschliessen der sicher nicht zutretffenden

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