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Zufallsdiagnose Spondylolisthesis

Von Dr. Bruno Gröbli



Die Spondylolisthesis ist eine Spaltbildung im Wirbelbogen: obere und untere Wirbelgelenke werden unterbrochen. Die Folge ist ein Vorwärtsgleiten des Wirbelkörpers.

Trauma als Auslöser

Am häufigsten von der Spondylolisthesis betroffen ist die Lenden-Wirbelsäule: in 90% der Fälle ist es der 5., in 5% der Fälle der 4. Lendenwirbel.

Die Theorie, der Defekt sei angeboren, ist umstritten und nicht bewiesen: noch nie konnte man bei einem Neugeborenen eine Spondylolisthesis nachweisen. Bekannt ist jedoch, dass sie vermehrt in derselben Familie vorkommt.

Es scheint, dass ein traumatisches Ereignis als Auslöser in Frage kommt. Allerdings sind Wirbelbogendefekte nach Stürzen sehr selten. Naheliegender sind deshalb chronische traumatische Einwirkungen vor allem bei Jugendlichen zwischen zehn und zwanzig Jahren.

Betroffene: Sportler

Damit der Wirbelkörper nach vorne gleiten kann, muss sich der Spalt auf beiden Seiten des Wirbelbogens bilden. Der Defekt beginnt jedoch immer auf einer Seite und trifft erst später die noch intakte Seite.

Das Vorwärtsgleiten des Wirbelkörpers beginnt etwa zwölf bis 24 Monate später. Dann stabilisiert sich der Zustand. Eine weitere Verschlechterung der Situation ist äusserst selten und betrifft meist nur junge Frauen. Erst im Verlaufe degenerativer BandscheibenAbnützungen muss mit einer Instabilität der Wirbelsäule im betroffenen Bereich gerechnet werden. Folge können Schmerzen oder - im schlimmeren Falle - neurologische Störungen sein.

Betroffen sind vor allem Athleten mit 10 bis 35%, gefolgt von der gesamten weissen Bevölkerung mit 5 bis 7% und der schwarzen Bevölkerung mit 2 bis 3%. Der Grund für diese Unterschiede liegt wohl in der grösseren Belastung der Lendenwirbelsäule bei Athleten und in der grösseren Knochendichte bei Schwarzen.

Dreimal häufiger als der Durchschnitt sind Patienten mit einer scheuermannschen Erkrankung betroffen.

Schmerzfreier Verlauf

Die Spondylolisthesis ist meistens ein Zufallsbefund, da die Betroffenen keine symptomatischen Beschwerden zeigen. Zudem kann Spondylolisthesis schmerzfrei verlaufen.

Wenn Patienten klagen, führen Sie meist eine verkürzte Oberschenkelmuskulatur an: sie können mit den Fingern den Boden bei gestreckten Beinen nicht mehr berühren. Im Regelfall sind ihre Rückenmuskulatur und der Psoasmuskel (Hüftbeuger) gut ausgebildet und eher verspannt, die Gesässmuskeln sind hervorstehend.

Die Diagnose wird immer mit dem Röntgenbild gestellt.Mit diesem Hilfsmittel wird bestimmt, wie weit der betroffene Wirbelkörper bereits vorwärtsgeglitten ist.

Der erfahrene Chiropraktor kann eine Stufenbildung zwischen den Dornfortsätzen ertasten; häufig diagnosiziert er auch eine Skoliose.

Hilfreiche Therapie

Mit einer sorgfältigen neurologischen Abklärung schliesst der Chiropraktor allfällige Nervenschädigungen aus. Erst danach beginnt er mit seiner Behandlung. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die Funktionsstörungen im Bereich der Spondylolisthesis und auf die Muskulatur. Chiropraktische Massnahmen haben vor allem die Entspannung der Rücken- und Gesässmuskulatur sowie den Aufbau der Bauchund Oberschenkelmuskulatur zum Ziel. Hilfreich bei der Entlastung der Wirbelsäule können dabei das Gehen auf dem Laufband unter Zugwirkung und das Streckbett sein.

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