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Auto: Gefahr für die Halswirbel

Von Dr. Beat Wälchli


Auto und Genick: richtiger Schutz

Kopfstütze reicht bis an den Oberrand des Kopfes. Kopfstütze berührt den Kopf. Bei voraussehbarem Aufprall tritt der Fahrer stark auf die Bremse, stemmt sich gegen Steuer, Sitz und Kopfstütze und warnt den Beifahrer. Sicherheitsgurten (auch auf den hinteren Sitzen!) und Airbag sind ein Muss. Der Fahrstil und die Geschwindigkeit sind den physikalischen Gesetzen, dem Können und den Verkehrsverhältnissen angepasst.

Ueber 2'500 Unfälle mit Halswirbelsäulenverletzungen hat die SUVA 1993 allein in der Folge von Autounfällen bearbeitet!

Die Verunfallten klagen oft über Schmerzen in Kopf, Nacken, Schultern und Armen, über Schwindel, Konzentrations- und Schlafstörungen und überhöhte Reizbarkeit. Nach sechs Monaten haben sich etwa 70 % der Patienten erholt, nach einem Jahr etwa 75 %. Uebrig bleiben diejenigen, die trotz umfassenden und modernsten chiropraktischen, orthopädischen und neurologischen Therapien noch Jahre nach dem Unfall unter quälenden Beschwerden leiden.

Wird ein Auto von hinten gerammt, schnellt der Kopf des Opfers zurück. Nachdem der Oberkörper und der Kopf auf ihrem Weg nach hinten von der Sitzlehne und der Kopfstütze abgebremst worden sind, bewegen sie sich stark verlangsamt nach vorn. Dreipunktgurt und Airbag verhindern das Aufschlagen an Lenkrad und Frontscheibe und das Abknicken der Halswirbelsäule. Bei einer Frontalkollision wird der Kopf zuerst nach vorne geschleudert. Ohne Gurten und Airbag kommt es neben anderen scheusslichen Verletzungen zum Abknicken der Halswirbelsäule. Das Zurückschnellen des Kopfes ist bei dieser Unfallart stark abgebremst.

Ohne Gurten?

Bei einer Kollision (in unserem Beispiel in einem Ford Escort) mit 50 km/h gegen ein stehendes Hindernis könnte ein Mensch von 80 kg Körpergewicht den Aufprall auf die Frontscheibe oder auf den Vordersitz nur verhindern, wenn er imstande wäre, 2'616 kg (wirksames Körpergewicht beim Aufprall) zu halten.

Wenn Sie das können, dürfen Sie getrost auf Ihre Sicherheitsgurten verzichten...

Weshalb werden trotz moderner Sicherheitseinrichtungen im Auto immer noch so viele Halswirbelsäulen verletzt?

Die Antwort ist auf jeder Strasse sichtbar: die meisten Fahrer sehen ihre Kopfstützen fatalerweise als Nackenstützen und stellen sie zu tief ein. Die Kopfstütze im Nacken führt aber bei Unfällen zu schwersten Verletzungen der Halswirbelsäule. Der Name sagt's: die Kopfstütze stützt den Kopf und schützt so das Genick. Diese Funktion erfüllt sie nur, wenn sie bis zum Oberrand des Kopfes reicht.

Legen Sie also vor der nächsten Autofahrt korrigierend Hand an die Kopfstütze, wenn die Einstellung nicht stimmt. Und sicher sind Ihr Garagist und der Importeur Ihrer Marke an Ihrer Reklamation interessiert, wenn Sie feststellen, dass Ihre Sitze nicht richtig dimensioniert sind!

Wir danken Prof. Felix Walz von der Gerichtsmedizinischen Abteilung der Universität Zürich und dem TCS für ihre Mithilfe.

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