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Fest im Sattel
Von Dr.Bruno Gröbli
Runder Rücken, das Gewicht leicht auf den Lenker verlagert und - schliesslich will man et was sehen! - ein stark nach hinten geneigter Kopf: so sausen die Radsportler aller Klassen bei schönem Wetter wieder über die Landstrassen.
Bald wird diese Position lästig, eine Faust sitzt im schmerzenden Nacken, die Muskeln verkrampfen sich. Nicht selten breiten sich die Beschwerden aus: Kopfschmerzen, migräneähnliche Anfälle mit Brechreiz, Schwindel und Augenflimmern sind die Folgen, ein stechender Schmerz zwischen den Schulterblättern, Atembeschwerden, ein «Ameisenlaufen» in Armen und Händen. Ein Blick auf die Kopfhaltung liefert die Erklärung: der Kopf wird stark in den Nacken gelegt.
Hält man den Kopf längere Zeit in dieser extremen Rücklage, werden die Gelenkflächen und
-kapseln und die Nerven gereizt. Es kommt zu Beschwerden, und Verspannungen und Krämpfe der Halsmuskulatur können eine Nackenstarre auslösen.
Wird diese Kopfhaltung immer wieder eingenommen, können aus akuten Schmerzen chronische, stets wiederkehrende und über Monate anhaltende Beschwerden werden, die auch im täglichen Leben und sogar nachts auftreten.
Die Behandlung durch den Chiropraktor behebt die Funktionsstörung des betroffenen Bewegungssegmentes, des blockierten Wirbels. Angewandt wird eine gezielte chiropraktische Manipulation am entsprechenden Wirbel. Das Gelenk wird mit sanftem Druck aus seiner misslichen Lage befreit, die Muskulatur entspannt sich reflexartig, und die Beschwerden klingen ab. Vor und nach der Behandlung wirken Eiswickel lindernd.
Die beschriebenen Beschwerden können vermieden werden. Mit isometrischen Übungen und Stretching werden die Muskeln gestärkt und in den optimal gelösten Spannungszustand versetzt. Häufige Positionswechsel am Lenker bringen eine Entlastung. Extreme Kopfhaltungen sollten vermieden werden. Und natürlich lässt sich jeder Lenker in der Höhe verstellen oder durch ein anderes Fabrikat ersetzen, das keine anatomisch ungünstige Haltung erzwingt.
Sichere Fahrt
- Lenker und Sitzhöhe den anatomischen Voraussetzungen anpassen.
- Nach der Winterpause nicht gleich an die Leistungsgrenze fahren. Stetiges Steigern bringt mehr.
- Lenkstange frei von Gegenständen halten.
- Bremsen, Licht, Reifenprofil und -druck lassen sich nicht nur am Auto kontrollieren...
- Kurven: innenseitiges Pedal hochhalten.
- Auf längere Touren genügend Flüssigkeit (1 Liter pro Stunde) und einen Snack mitnehmen.
- Die meisten Velos haben keinen Tachometer. Trotzdem Geschwindigkeit den Bedingungen anpassen: Kurven, Kies, Blätter, Dolendeckel, Nässe, eigenes Fahrvermögen bestimmen das Fahrverhalten.
- Kindern fehlt es oft an Körperbeherrschung, Aufmerksamkeit und Verständnis für Verkehrsregeln und Gefahren.
- Handschuhe sind nicht nur modisch, sondern schützen zudem vor üblen Schürfwunden. Velofahren ohne Helm ist fahrlässig. Kopfverletzungen stehen an vorderster Stelle - oft mit schwerwiegenden Folgen.
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