Gutgemeint, doch schädlich
Von Dr. Andreas Messmer
Immer häufiger sind «Baby-Walker», Geh-Hilfen für Kleinkinder, auch bei uns anzutreffen. Leider ist zahlreichen Eltern nicht bewusst, dass damit viel Schadenangerichtet wird.
Kriechen auf allen vieren ab dem neunten bis zehnten Lebensmonat ist für die Entwicklung des Kleinkindes enorm wichtig: die Motorik und die Koordination beim späteren Gehen profitieren davon.
Verständlich ist der Stolz der Eltern, wenn ihr Kind - in der Regel zwischen dem siebten und 15. Monat - die ersten Schritte versucht. Kinder haben ein «angeborenes Wissen», wann es Zeit ist zum Kriechen und wann die ersten Schritte versucht werden dürfen. Sie versuchen es dann, wenn Nervensystem, Knochen, Bänder, Muskeln und Gelenke bereit sind, die Last zu tragen, wenn die Koordination gewährleistet ist.
Falsch ist es zu glauben, dass mit einem Baby-Walker das Laufenlernen erleichtert wird. Im Gegenteil ! So wird ein falsches Gehschema programmiert, was zu übermässigen Belastungen der Strukturen des kindlichen Bewegungsapparates führt. Dazu kommt, dass Baby-Walker-Unfälle im Alter zwischen sieben und 14 Monaten mit Verletzungen von Schädel, Hirn und Wirbelsäule so häufig geworden sind, dass diese Geräte in Kanada bereits verboten worden sind.
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