Chiropraktor und Physiotherapeut
Von Dr. Daniel Mühlemann
«Gibt es eigentlich Unterschiede zwischen Chiropraktor und Physiotherapeut?», ist eine der häufigsten Fragen im Praxis-Alltag. Es gibt bedeutende Unterschiede, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.
In der Schweiz werden Physiotherapeuten in drei- oder vierjährigen Lehrgängen in meist öffentlichen Schulen in Theorie und mehrmonatigen Praktika ausgebildet. Das Eintrittsalter beträgt meist 18 Jahre; Aufnahmebedingung ist neben einer guten Allgemeinbildung das Maturitätsniveau in naturwissenschaftlichen Fächern wie Biologie, Physik und Chemie. Zudem werden in einer Eintrittsprüfung. Eignung und motorische Fähigkeiten beurteilt.
USA und Schweiz
Nach Abschluss ihrer Ausbildung legen Physiotherapeuten eine staatlich anerkannte Diplomprüfung ab. Selbständig arbeiten dürfen sie je nach Kanton nach ein- bis zweijähriger Praxis, die sie zum Grossteil in einem Spital absolvieren.
Chiropraktoren sind akademisch ausgebildet. Nach dem ersten medizinischen Propädeutikum, das in der Schweiz abgelegt wird, studieren sie zehn bis zwölf Semester in den USA oder in Kanada an einer vom Eidgenössichen Departement des Innern anerkannten chiropraktischen Hochschule. Ihre Studien schliessen sie mit dem Doktorat in Chiropraktik ab.
Zurück in der Schweiz, legen sie den ersten Teil des interkantonalen Staatsexamens für Chiropraktoren ab. Erst danach wird ihnen eine Assistententätigkeit bewilligt. Nach mindestens zwei Jahren Assistenz werden Chiropraktoren zum zweiten Teil des interkantonalen Staatsexamens zugelassen. Wer es besteht, darf seinen Beruf selbständig ausüben.
Chiropraktor klärt ab
Chiropraktik
eine Disziplin der wissenschaftlichen Heilkunde
Eine illustrierte Broschüre über Chiropraktik und Chiropraktoren erhalten Sie gratis bei der Schweizerischen Chiropraktoren Gesellschaft SCG, Sulgenauweg 38. 3007 Bern.
Telefon 031 371 03 0l
Fax 031 372 26 54.
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Physiotherapeuten behandeln Funktionsstörungen des Bewegungsapparates im Auftrag eines Chiropraktors oder Arztes. Das heisst, dass der Patient zwingend vor der physiotherapeutischen Behandlung einen Arzt oder Chiropraktor aufgesucht hat, der die Beschwerden abgeklärt und diagnostiziert hat.
Vom zuweisenden Chiropraktor oder Arzt erhalten die Physiotherapeuten eine Verordnung mit allen Behandlungsangaben. So können zum Beispiel Metallimplantate nach Knochenbrüchen, Herzschrittmacher oder bestimmte Erkrankungen physiotherapeutische Behandlungen einschränken. Nach einer Untersuchung des Bewegungsapparates erstellen die Physiotherapeuten in der Regel einen biomechanischen Befund und einen Behandlungsplan, der auf die jeweilige Funktionsstörung abgestimmt ist.
Facharzt beiziehen ?
Chiropraktoren sind als selbständige Medizinalpersonen direkte Ansprechpartner für alle Patienten. Sie diagnostizieren mit klinischen, labortechnischen und radiologischen Methoden die Erkrankung des Patienten. Als Spezialist für Funktionsstörungen des Bewegungsappartes erkennt und diagnostiziert der Chiropraktor auch Leiden, die ihren Ursprung nicht im Bewegungsapparat haben. In solchen Fällen zieht er einen Facharzt bei.
Gutes Team
Chiropraktoren arbeiten in voller Eigenverantwortung. Wie jeder Arzt kann der Chiropraktor sämtliche Verfahren anordnen, die für eine Diagnose notwendig sind, und er entscheidet, welche Behandlungsmethoden er einsetzt und verantworten kann.
Allein der Chiropraktor ist in der Lage, Behandlungserfolg und -risiko einer manipulativen Behandlung einzuschätzen. In seinem Ermessen liegt auch die Entscheidung, eine Aufgabe zum Beispiel an einen Physiotherapeuten zu delegieren.
Chiropraktoren und Physiotherapeuten bilden so ein Team, das sich bei der Behandlung von Patienten mit Funktionsstörungen des Bewegungsapparates optimal ergänzt .
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