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Gefürchteter Sehnenriss

Von Dr. Andreas Messmer

Ein «Knall» und heftige Schmerzen im Fuss, das Gehen fällt schwer, Unterschenkel und Fuss schwellen an und verfärben sich blaugrün, ein vorsichtiges Tasten über der Ferse schmerzt stechend. Die wahrscheinlichste Diagnose: ein vollständiger Achillessehnenriss.

Auf dem Sofa zieht man sich solches Leiden nicht zu: Sehnenrisse gehören zu den häufigsten Sehnenverletzungen im Sport. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Ball- und Rückschlagsportarten wie Tennis, Squash, Badminton, Fuss- und Handball.

Der Riss kann vollständig oder teilweise sein; in der Regel entsteht er infolge einer Abnützung, nicht selten schon vor dem 30. Lebensjahr. Eine nach Unfall oder Krankheit bereits geschwächte Sehne reisst meist in einem Moment verstärkter Belastung.

Ein teilweiser Riss kündigt sich mit einem plötzlichen Schmerz in der Fersengegend an. Dieser klingt aber wieder ab und meldet sich erst bei oder nach erneuter Belastung wie er, manchmal verstärkt. Häufig stören «Anlaufschmerzen», die nach dem Aufwärmen bessern und nach einer Belastung wieder heftiger werden. Manchmal kann eine lokale Schwellung an der Sehne ertastet werden, und ohne Entlastung oder Schonung nimmt die Kraft des Wadenmuskels oft ab.

Bei vollständigem Riss muss die Sehne genäht werden. Ein Gipsverband garantiert während sechs bis sieben Wochen bis zur Ausheilung der Verletzung die Ruhestellung, ein anschliessendes Rehabilitationsprogramm mit Krafttraining fördert das Wiedererlangen der vollen Einsatzfähigkeit. Übermässige Belastungen und Wettkampfsport müssen mindestens ein halbes Jahr vermieden wer den.

In der akuten Phase nach einem teilweisen Riss helfen regelmässige sanfte Eisbehandlungen und Schonung. Der Schuhabsatz wird zur Entlastung der Sehne auf beiden Sei en um etwa zehn bis 20 mm erhöht. Bei grösseren Rissen wird der Fuss in einem Gipsverband ruhiggestellt. Nach etwa drei Monaten sollte die Verletzung geheilt sein. Der Fuss darf allerdings erst nach einem halben Jahr wieder intensiv belastet werden.

Die Gefahr eines Achillessehnenrisses kann mit einem regelmässigen Training und mit einem «sanften» sportlichen Wiedereinstieg nach längeren Unterbrüchen vermindert werden: immer wird vor die Belastung eine Phase des Aufwärmens und Dehnens gestellt.

Schwächende Achillessehnenentzündungen sollten ernst genommen werden: ihre Heilung dauert meistens etwa 14 Tage. Harte und sehr weiche Böden werden in dieser Zeit gemieden. In der akuten Phase einer Entzündung kann mit Eis gekühlt werden, und in den Schuh wird ein 10-mm-Fersenkeil gelegt. Später werden feuchte, warme Umschläge zur Steigerung der Durchblutung und allenfalls entzündungshemmende Salbenverbände getragen.

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