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Wärme oder Kälte?

Von Dr. Andreas Messmer

Was hilf gegen Schmerzen: Kälte oder Wärme? Unsicherheit und eine Vielzahl von hartnäckigen Gerüchten lassen viele Patienten vor einer einfachen, oft wirkungsvollen, medikamentenfreien und zudem günstigen Methode der Schmerzlinderung zurückschrecken.

Vor der Anwendung von Kälte oder Wärme steht das Wissen um die Wirkung: Lokale Wärme erhöht die Durchblutung und damit den Stoffwechsel, und sie entspannt die Muskulatur. Kurze lokale Kälteanwendungen bewirken eine` Gefässverengung und damit eine Herabsetzung des Stoffwechsels. Sie reduzieren Schwellungen und lösen akute Muskelverkrampfungen.

Die Faustregel

Bei akuten Schmerzen in Gelenken und Muskeln immer zuerst Kälte anwenden. Entzündungen nie mit Wärme bekämpfen. Im Zweifelsfall berät Sie Ihr Chiropraktor.

Wärme wird bei lange dauernden, nicht entzündlichen Beschwerden der Muskulatur und bei Gelenkschmerzen in der Folge von Abnützung angewendet. Kälte hilft bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Verrenkungen, Schwellungen, Blutergüssen und Quetschungen.

Heilungschancen und --verlauf werden wesentlich verbessert, wenn die genannten Verletzungen rasch gekühlt werden. Allerdings sind der Selbstbehandlung Grenzen gesetzt: starke oder länger andauernde Beschwerden müssen so rasch als möglich vom Fachmann behandelt werden.

Kälte- und Wärmebehandlungen sind grundsätzlich sicher, wenn man die bekannten Gefahren vermeidet: Bei Gefühlsverlust und bei unzureichender Durchblutung von Haut oder Gliedern drohen bei Wärmeanwendungen Verbrennungen. Besonders empfindlich sind ältere Menschen und Kleinkinder. Kälte darf nur solange angewendet werden, bis nach einigen Minuten eine Unempfindlichkeit der Haut bemerkt wird. Auf die blosse Haut werden Kältequellen nie gelegt. In seltenen Fällen kann Kälte zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg führen, und des Guten zuviel bedeutet Frostbeulen und Gewebeschäden.

Neben der professionellen Anwendung von Wärme und Kälte beim Arzt oder Chiropraktor gibt es folgende Methoden für die Selbsthilfe.

Wärmeflasche und Hotpack: Nie zu heiss und nur gut mit feucht-warmem Tuch isoliert verwenden.

Feuchter Wärmewickel: Frottiertuch in warmes Wasser legen, auswringen, auflegen und je nach Bedarf mehrmals wiederholen.

Heizkissen: Ist zwar praktisch, aber weil das Körpergewicht die Hautdurchblutung reduziert, besteht schon bei tiefen Temperaturen Verbrennungs- und Wärmestaugefahr! Deshalb Heizkissen und Wärmeflaschen immer auf und nie unter den Körper legen.

Infrarotlampe: Gut geeignet für 20- bis 30minütige Bestrahlungen von grösseren Körperflächen.

Kältebeutel: Die auf -10 bis -15°C abgekühlten wiederverwendbaren Beutel werden auf die schmerzende Körperstelle gelegt. Die Behandlung kann solange wiederholt werden, bis die Schwellung oder der Schmerz abklingen, sie darf aber niemals unangenehm werden. Die Kältebeutel dürfen nie auf offene Wunden gelegt werden, und zwischen Haut und Kältebeutel gehört ein dünnes Tuch!

Eismassagen: In kleinen Karton-, Plastik- oder Styroporbechern, von denen der Rand zentimeterweise rundum abgerissen wird, wird Wasser eingefroren. So kann das Eis bequem gehalten werden. Betroffene Stellen werden mit runden Bewegungen massiert, jedoch höchstens einige Minuten - eine Überdosierung kann Frostbeulen zur Folge haben. Die Eisbecher werden immer in Bewegung gehalten und nicht auf die Haut gelegt.

Eiswürfelpackungen: Zerstossene Eiswürfel in ein Frottiertuch packen, die Haut mit einem trockenen Tuch bedecken und die Packung etwa zehn Minuten auflegen.

Eiswasser: Hände und Füsse können bis zum Erreichen der Schmerzgrenze mehrmals in sehr kaltes Wasser gehalten werden.

Eiswassertücher: Ein Tuch wird in fünf bis zehn Grad kaltes Wasser gelegt, ausgewrungen und einige Minuten aufgelegt. Die Behandlung kann während 20 bis 30 Minuten wiederholt werden, jedoch ist das Liegen auf den Kältewickeln zu vermeiden.

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