Sparen: wo und wie?
Von Dr. John Naef
Wirtschaftlich weniger rosige Zeiten sind verführerische Zeiten: sie verführen zum Sparen am falschen Ort. Dort, wo sich niemand wehrt.
Wer sparen will und der Einfachheithalber die Forschung einschränkt, spart kurzsichtig und am falschen Ort. Das rächt sich nämlich unerbittlich. In einigen Jahren fehlen Beobachtungen über Erfolg oder Misserfolg von neuen Behandlungsmethoden oder liegen nur mangelhaft vor. Damit fehlen wichtige Erkenntnisse für Therapie und Prävention der Zukunft, und die Rechnung zahlt wieder einmal mehr der Patient.
Zur Zeit wird in der Schweiz, in Europa und in den USA umfassende chiropraktische Forschung betrieben - zu einem guten Teil bezahlt mit bedeuten den privaten Mitteln. Diese Forschung hat den Zweck, die wissenschaftliche Untermauerung der Chiropraktik weiter zu fördern.
So soll es sein! Die Forschung muss weitergehen, auch wenn angeblich weniger Geld vor handen ist. Mittel kann man nämlich suchen, und meist findet man sie.
Wer im Gesundheitswesen Geld verteilt, also auch die Krankenkassen, beurteilt die Anbieter medizinischer Leistungen im ambulanten und stationären Bereich kritisch. Es liegt auf der Hand, dass die kurz- und langfristige Reaktion des Patienten auf die Behandlung, die Behandlungsresultate, in dieser Beurteilung die grösste Rolle spielen sollen. Krankenkassen und andere Geldgeber haben die Aufgabe, sich solche Resultate zu beschaffen und sie in ihre langfristige Politik einfliessen zu lassen - auch wenn es erst einmal etwas kostet.
Gut gespart werden kann an einer andern Ecke: in der Zusammenarbeit zwischen Haus und Spezialärzten, Spitälern und Chiropraktoren.
Wenn alle Beteiligten einander akzeptieren, ihr Spezialwissen einbringen und einander mitteilen, welche Untersuchungen schon erfolgt sind, wenn sie das Wichtigste, den Patienten als Menschen, nie aus den Au gen verlieren, vermeiden sie unsinnige und kostspielige Überversorgung.
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