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Vorsorgen ist besser

Dr. Max Widmer, Chiropraktor

Meist sind es akute oder chronische Schmerzen, die den Patienten zum Chiropraktor führen. Eine erfolgreiche chiropraktische Diagnostik, Behandlung, Beratung und Betreuung aber löst gelegentlich einen positiven Denkprozess aus: Patienten stellen Gedanken an über das Vorbeugen. Hätten die Beschwerden durch gezielte Massnahmen vermieden werden können? Und - konsequenterweise - ist ein präventiver Untersuch der Kinder ratsam ?

Ein Fall aus der Praxis

Ein zwanzigjähriger Forstwart zieht sich beim Heben einer kleinen Tanne eine Diskushernie zu. Der Untersuch beim Chiropraktor zeigt eine ausgeprägte Bänderlockerung aller Gelenke. Die Diskushernie ist von einer solchen Grösse, dass sie operiert werden muss. Wie oft bei überbeweglichen Menschen ergibt die Nachkontrolle einen unbefriedigenden Status: Der junge Mann muss von der Invalidenversicherung auf eine sitzende Tätigkeit umgeschult werden. Kosten: 35 000 Franken.

Hätte man dem jungen Mann geraten, als Sechzehnjähriger nicht nur den Berufsberater, sondern auch den Chiropraktor zu konsultieren, wäre ihm dieses Schicksal mit grosser Wahrscheinlichkeit erspart geblieben: Schmerzen und hohe Kosten in der Folge einer nicht angepassten Berufswahl wären vermieden worden.
Präventivuntersuchungen bei jungen Menschen sind in jedem Alter sinnvoll. Besonders im Wachstum besteht oft ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit des Bewegungsapparates: Muskeln und Gelenke werden bis an ihre Grenzen gedehnt, und der Weg zu einer Schädigung ist nicht mehr weit. Der Chiropraktor kann helfen: Er weiss Rat bei der Wahl der idealen Sportart, er kennt das richtige Schuhwerk für den Alltag, und er beurteilt mit Blick auf die Berufswahl die körperliche Belastbarkeit. Er verordnet allenfalls notwendige gezielte gymnastische Übungen, eine Beinlängenkorrektur oder eine Behandlung zur Behebung einer funktionellen Störung des Bewegungsapparates. Oft wird mit der Kinesiologie abgeklärt, die von einem amerikanischen Chiropraktor entwickelt wurde und seit Jahren in die Ausbildung der Chiropraktoren integriert ist.

Jährliche Kontrolluntersuchungen empfehlen sich vor allem bei schnell wachsenden Jugendlichen mit Tendenz zu Rundrücken und bei Kindern mit idiopathischen Skoliosen, seitlichen Rückenverkrümmungen.

Zur Prävention und zur Fachkompetenz des Chiropraktors gehört auch eine Beurteilung des Schulmobiliars. Noch immer findet sich Erschreckendes in unseren Schulstuben: nicht verstellbare Stühle und Schülerpulte, Tische ohne Schrägneigung und eine hufeisenförmige Tischordnung, welche zwar dem Lehrer «nützt», nicht aber den Kindern. Lehrlinge und mit ihnen Lehrfirmen profitieren von einer Arbeitsplatzbesichtigung durch den Chiropraktor und einer Beratung betreffend Arbeitshaltung und -ausrüstung.

Die angewandte Kinesiologie (AK) ist eine Methode zur Funktionsanalyse des Bewegungsapparates. Funktionsstörungen des Organismus werden mit Muskeltests erkannt. Die Kinesiologie gehört nur in die Praxis ausgewiesener Medizinalpersonen. Sie wurde vom amerikanischen Chiropraktor Dr. Goodheart entdeckt.
Eine Präventivuntersuchung beim Chiropraktor sollte heute zur Gesundheitspflege jedes jungen Menschen gehören. Es lassen sich damit Schmerzen oder gar Arbeitsunfähigkeit verhindern, und nicht zuletzt sind Präventivuntersuchungen ein aktiver Beitrag gegen die steigenden Kosten im Gesundheitswesen.


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