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 chiropraktik.ch - Deutsch - Chiroaktuell - Der Chiropraktor und der «eingeklemmte Nerv» Teil 2
Der Chiropraktor und Kinder

Von Dr. Beat Stoller, Chiropraktor
Aus Vista 1/2001, S.62/63

Chiropraktische Behandlungen für mein Kind? Warum? Sein Rücken tut ja noch gar nicht weh! Wenn man von Kontrolle und Prävention spricht, dann meint man normalerweise eine Kontrolle der Zähne, der Augen, des Gehörs oder allenfalls eine HalsNasen-Ohren Kontrolle. Keinem kommt normalerweise eine Kontrolle der Wirbelsäule in den Sinn.

Eine Wirbesäulenkontrolle könnte eine der wichtigsten Kontrollen sein die Ihr Kind je haben wir& Warum dies?

Lassen Sie mich hierzu etwas ausholen. Die Wirbelsäule ist die Lebenslinie des Körpers, da durch sie das Rückenmark geht, eine kabelartige Struktur mit Millionen von Nervenfasern, die jeden Teil des Körpers mit dem Gehirn verbinden und umgekehrt. Wenn nun irgend einer dieser Nerven irgendwo in der Wirbelsäule beeinträchtigt wird, so kann dies nicht nur die von diesem Nerven versorgte Struktur behindern, sondern auch den wachsenden Körper generell beeinträchtigen. Es kann also Störungen in irgendeinem Bereich geben, der von Nerven aus der Wirbelsäule versorgt wird. Dies betrifft sowohl die Organe als auch die Muskeln.

Die Ursachen:

Wie kann bei einem so kleinen Kind schon etwas mit der Wirbelsäule im Argen sein? Subluxationen bei Kleinkindern haben viele Ursachen. Um ganz am Anfang zu beginnen: der Kopf eines Kleinkindes ist sehr gross. Gleich nach der Geburt macht er ungefähr 1/3 bis 1/4 der gesamten Körpergrösse des Kindes aus. Nacken und Muskeln sind seinem Gewicht und seiner Grösse noch gar nicht gewachsen und bei einer schweren

Geburt wirkt ein enormer Stress auf diese Strukturen. Die Wirbelsäule eines Kleinkindes ist sehr verletzlich und wird doch schon recht früh starken Belastungen ausgesetzt. Wer hätte nicht schon mit seinem Kind gespielt und herumgealbert und es dabei geschüttelt. Meist passiert ja nicht viel, da wir nicht sehr stark schütteln, aber wieviel ist zuviel?

Die Mechanismen:

Was kann denn nun bei einem Kleinkind passieren, wenn es eine Beeinträchtigung oder eine Subluxation in der Wirbelsäule hat?

Die Kondition kann sich auf eine von zwei Arten manifestieren. Einerseits kann das Kind anfangen über Rückenbeschwerden zu klagen oder es wird krank und entwickelt nachhaltig und immer wiederkehrende Erkrankungen und Störungen der Organfunktionen. Es ist so schnell geschehen, dass wir es überhören, wenn die Kleinen über Rückenweh klagen, wenn sie vom Spielplatz kommen.

Sie macht doch nur die Mami nach, die immer wieder Rückenweh hat, weil sie sich zu sehr belastet. Wenn das Kind älter wird, kommen zu den ungenügenden Stützmechanismen noch die Folgen des Wachstums, wie zum Beispiel veränderte Krafteinwirkungen hinzu. Vergessen wir nicht, dass beim wachsenden Menschen die Wachstumszonen in den Knochen immer etwas schwächer sind als die Knochen selbst.

Durch die zunehmende Kraft des Kindes kann es sich hier bei Spiel und Sport selbst verletzen und diese Wachstumszonen sind nicht nur in den Armen und Beinen zu finden sondern in viel umfangreicherem Masse auch in der Wirbelsäule. Bei zu raschem Wachstum kommen zusätzlich die nicht so schnell wachsenden Bänder und Sehnen hinzu, eine der häufigsten Ursachen für Wachstumsschmerzen! Dann kommen unsere Kinder in die Schule, und leider ist es noch sehr oft so, dass die Stühle und Tische in der Schule nicht optimal eingestellt sind. Dies wiederum führt direkt zu einer mangelhaften Sitzhaltung und dies in der Folge zu einer deutlichen Fehlbelastung der Wirbelsäule.

Die Auswirkungen:

Es ist nachgewiesen, dass bei Kindern durch Subluxationen der Wirbelsäulen und Beeinträchtigung der Organfunktionen oft auch die Abwehr gegen Erkältungen und Grippe zu leiden hat. Zudem haben zwei Studien in Texas in den Jahren 1974 und 1975 bewiesen, dass durch Subluxationen der Wirbelsäule bei Kindern neben neurologischen Problemen auch emotionale Beeinträchtigungen und Verhaltensstörungen auftreten können. Bei den Studien konnte zudem gezeigt werden, dass neben direkten, positiven Auswirkungen der Chiropraktik wie zum Beispiel Krampflösung, bessere Beweglichkeit und Schmerzfreiheit auch noch zwei weitere Bereiche deutlich verbessert werden konnten. Dies waren einerseits die Verbesserung der Funktionen der inneren Organe: Beseitigung von Kolliken, Verstopfungen, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Abwehrschwäche und andererseits die Milderung von somatopsychischen Auswirkungen: zum Teil deutliche Besserung bei Konzentrationsschwäche, Nervosität, Irritabilität, Hyperaktivität, Müdigkeit und Leistungsschwäche.

Warnsignale:

Genau wie Sie ohne es zu wissen ein Loch im Zahn haben können, so können Sie auch eine Subluxation in Ihrer Wirbelsäule haben. Es ist darum ratsam die Wirbelsäule Ihres Kindes in jeder Altersgruppe untersuchen zu lassen, wenn Sie eines der folgenden Warnsignale erkennen:

  • Kind klagt über Rückenweh,
  • chronische Müdigkeit
  • eine Hüfte oder Schulter höher als die andere
  • ein Bein kürzer als das andere
  • die Schulterblätter sind abgespreizt
  • ein Fuss ist eingedreht
  • der Nacken ist schräg
  • Kind kann nicht stillstehen
  • Kind fällt häufig um
  • Hyperaktivität und
  • Nervosität.


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