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 chiropraktik.ch - Deutsch - Fragen - Ohrenschmerzen, Nackenverspannung, Schwindel
 

Frage :

Ohrenschmerzen, Nackenverspannung, Schwindel, laut Arzt und Röntgenaufnahme wird all dies durch eine Streckhaltung meiner Halswirbelsäule verursacht. Frage: Welche Massnahmen kann ich ergreifen, um die Beschwerde ohne Medikamente zu lindern. Gymnastik, wenn ja - welche Übungen? Alltag, wie soll ich Sitzen (spez. Kissen?), Liegen? Ich wandere sehr gerne, allerdings reagiere ich empfindlich auf Wind, bzw. Luftzug, wie kann ich mir diesbezüglich helfen?


Enthaftungserklärung

Die nachfolgende Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen gegeben. Sie beruht einerseits auf der oben wiedergegebenen Fragestellung und andererseits auf Zusatzinformationen, welche möglicherweise vom Fragesteller gegeben wurden aber an dieser Stelle nicht aufgeführt werden können. Da eine umfassende Untersuchung nicht gemacht werden konnte, kann die Antwort nicht als Ersatz für einen Besuch bei Ihrem/Ihrer Chiropraktor(in) oder einer anderen fachkompetenten Medizinalperson dienen. Chiropraktik.ch wie auch der/die Sponsor(en) lehnen deshalb jegliche Haftung für unmittelbare sowie mittelbare Schäden und immaterielle Unbill, die aus der Befolgung der Ratschläge entstehen, ab. Falls Sie Schmerzen oder Beschwerden haben, kontaktieren Sie in jedem Fall Ihren/Ihre Chiropraktor(in) oder eine andere fachkompetente Medizinalperson.


Antwort:

Eine radiologisch festgestellte Streckhaltung der Halswirbelsäule entspricht nicht der "Norm". Falls die Röntgendiagnose stimmt, dann ist diese mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ein Unfallgeschehen zurückzuführen. Sie haben so eines zwar nicht in Ihren Angaben erwähnt. Trotzdem muss die Streckhaltung auf ein traumatisches Ereignis zurückzuführen sein. Dabei kann es sich bsp. um kleine repetitive Stürze handeln oder bsp. um einen Sturz als Kleinkind. Da man sich an einen solchen meistens ja nicht erinnern kann, empfehle ich Ihnen sich einmal bei Ihrer Mutter oder Vater zu erkundigen. Eine Streckhaltung braucht noch kein krankmachender Auslöser zu sein. Viel interessanter wären sogenannte Funktionsaufnahmen der Halswirbelsäule. Dabei wird die Halswirbelsäule bei den Aufnahmen nicht nur gerade bzw. neutral gehalten, sondern auch in die maximale Vorneige- und Rückneigehaltung gebracht. Diese Röntgenaufnahmen erlauben dann Rückschlüsse auf segmentale Blockierungen, oder auf eine oder mehrere überbewegliche, sogenannte Bewegungssegmente ( 2 Wirbel inklusive Bandscheibe). Bds. Ohrenschmerzen sind mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht auf eine Streckhaltung der HWS zurückzuführen, sondern auf eine Funktionsstörung der Kiefergelenke. Dies ist übrigens eine häufige und an sich harmlose Funktionsstörung bzw. Erscheinung. Was den Schwindel betrifft, so gibt es hier verschiedene Ursachen. Bsp. kann es sich um einen gutartigen Lagerungsschwindel handeln. Dabei genügt oft eine kleine Lagerungsänderung des Kopfes um via Innenohr einen Schwindel auszulösen. Ein Ohrenarzt oder ein Chiropraktor kann Ihnen hier mit einem gezielten Kopfmanöver weiterhelfen. ( Eine weniger wahrscheinliche Variante wäre eine Virusinfektion) Da eine Streckhaltung der HWS also zu einem Aufrichten der normalen nach vorne etwas gerichteten Krümmung führt, werden damit automatisch die entsprechenden Halsmuskeln etwas anders angespannt. Deshalb kann langes Sitzen mit nach vorne geneigtem Kopf zu einem reflektorischen muskulären Hartspann führen und einige mechanische Rezeptoren in den Halswirbelgelenken aktivieren, wodurch Schmerzen entstehen können. Es erstaunt mich nicht, dass bei Ihnen ein Luftzug oder abrupte Halsbewegungen Schmerzreaktionen auslösen können. Hier liegt bereits der Schlüssel zur relativen Beschwerdefreiheit:

  1. Lesen Sie die Artikel: " Wenn der Nacken schmerzt", "Wer rastet, der rostet ?", "Beanspruchter Kiefer" und "Der Kiefer, der Kopfweh macht"

  2. Benützen Sie unsere Suchmaschine und geben Sie das Wort "Lagerungsschwindel" ein. Lesen Sie sorgfältig die entsprechenden Antworten.

  3. Duschen Sie zweimal im Tag Ihren Nacken sehr warm

  4. Tragen Sie am Arbeitsplatz einen Seidenschal

  5. Liegen Sie zu Hause auf einem ca. 5 cm hohen und hart gefüllten Hirsekissen (40 x 60 cm)

  6. Machen Sie sich nicht grosse Sorgen wegen der Streckhaltung. Wie Sie richtig bemerkt haben, sind abrupte HWS-Drehungen zu vermeiden.

  7. Physiotherapien werden Ihnen im jetzigen Zeitpunkt wenig bringen. Viel wichtiger ist der "ergonomische" Arbeitsplatz und die Dehnung der Schulterblattmuskulatur. Dazu finden Sie eine bebilderte Anleitung auf der Gymnastikseite.

  8. Chiropraktik könnte helfen, falls diese sehr sanft bei einem in den USA oder Kanada ausgebildeten Chiropraktor mit Staatsdiplom durchgeführt wird. Einige wenige Behandlungen würden genügen. Dabei sollten noch Funktionsaufnahmen vorher ausgeführt werden.

  9. Ein Symptom, welches Sie beobachten müssen, ist der Schwindel. Falls dieser sich öfters wiederholen sollte, dann gehen Sie zu einem Neurologen bzw. Ohrenarzt.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Max Widmer, Chiropraktor



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