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Richtig sitzen
Von Dr. Max Widmer, Chiropraktor (2/98)
Sitzen fordert täglich tausend Tote
Sitzen im Büro, vor dem Fernseher und wenig sportliche Betätigung sind Lebensweise die in Europa und den USA täglich etwa tausend Todesopfer fordern. Diese schockierenden Zahlen veröffentlichte eine Gruppe von zwölf führenden Experten kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA( 1995,273,402)
Fazit: Nicht nur körperliche, sondern auch geistige Gesundheit hängt wesentlich davon ab, wie intensiv sich ein Mensch bewegt.
Sechs umfangreiche Studien untersuchten beispielsweise das Herzinfarktrisiko: Es sinkt bei intensiver Bewegung auf durchschnittlich weniger als die Hälfte. Andere Studien zeigen, dass körperlich aktive Menschen weniger oft unter Ängsten und Depressionen leiden.
Um gesund zu bleiben, ist es nach neusten Erkenntnissen nicht nötig, Sportler zu werden und regelmässig zu trainieren. Jede noch so kurze Anstrengung wie Treppensteigen, schnelles Gehen, Rasenmähen oder Einkaufstaschen tragen fördert die Gesundheit. Der Körper verbrennt dann etwa drei bis viermal mehr Energie als in Ruhe, und das Herz schlägt schneller. Für solche mässige bis intensive Bewegung lautet jetzt die neue Empfehlung: mindestens eine halbe Stunde verteilt auf den Tag, und das am besten täglich.
Bandscheiben sitzen nicht gern
Sitzen ist bequem, doch auf die Dauer anstrengend. Die Konstruktion des Gesässes ist für das Sitzen eine wahrhaftige Katastrophe. Wir sitzen auf den zwei Sitzbeinhöcker der Beckenknochen. Zwischen ihnen und der Haut befinden sich kaum Fett und Muskeln. Mit fast dem ganzen Körpergewicht auf diesen zwei kleinen Fortsätzen haben wir ideale Bedingungen für das Wundsitzen. Um dem zu entgehen, wird oft das Becken um bis zu 50 Grad abgeknickt. Das staucht das Steissbein, überdehnt die Beckenbänder, belastet das Brustbein und damit die Rippenfunktion, sorgt so für flache Atmung, verlangsamt die Verdauung und macht Probleme mit den Wirbelgelenken und den Bandscheiben: Bandscheiben sitzen nicht gern.
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Druckverhältnis in der Bandscheibe beim Liegen, Sitzen, Stehen Liegen 25%
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Sitzen 140%
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Stehen 100% |
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Stuhlgeschichten
Stühle prägen unsere Wirbelsäule und unser Leben- kaum etwas, das nicht im Sitzen erledigt werden kann. Die Füsse braucht man oft nur noch um sich von Stuhl zu Stuhl zu bewegen. Wird die Entfernung zu gross, dann ersetzen wir das gehen durch fahrbare Stühle: Autositze. Stühle werden nicht in jeder Kultur und in jedem Land gleich viel benützt. Noch immer gibt es viel Menschen, die keine Stühle besitzen oder als Nomaden im Zelt lieber am Boden sitzen. Sitzen kann auch eine ernste Angelegenheit sein. Das demonstrieren uns das Nachsitzen in der Schule und das Sitzenbleiben, der Schleudersitz, der kirchliche Beichstuhl, die Anklagebank im Gericht, das Sitzen im Knast und die Folterstühle und der elektrische Stuhl. Wieviele Stühle braucht ein Mensch ? Einen für die Einsamkeit, zwei für die Freundschaft und drei für die Gesellschaft.
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"Vorschriftsgemässe Haltung
in der Schulbank" ca. 1850 |
Keil für den Sitzkeil
Der Sitzkeil ist ein echte Hilfe für das Becken und die Wirbelsäule. Er führt zu einer Beckenkippung nach vorne und zu einem Aufrichten der Wirbelsäule. Dadurch werden Bandapparat von Becken und Wirbelsäule , Bandscheiben und Wirbelgelenke etwas entlastet , was die Rippenfunktion bzw. die Atmung verbessert.
Ohne Sitzkeil:
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Mit Sitzkeil:
Variante a
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Mit Sitzkeil:
Variante b
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Sitzkeil als Rückenstütze
Für Menschen mit gewissen Rückenbeschwerden bietet der Sitzkeil eine gute Alternative für teure Autositze oder im Handel erhältliche Rückenstützen.
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Sitzkeil für Steissbeinschmerzen
Ein Sitzkeil bietet auch Hilfe für die unangenehmen und oft chronischen Steissbeinbeschwerden. Eine Aussparung am oberen Ende des Sitzkeiles erspart Ihrem Steissbein die lästigen Druckschmerzen. Dazu brauchen Sie eine Schere, etwas Kraft und Geduld.
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Sitzkeil als Entlastung für die Lendenwirbelsäule
Mit einem Sitzkeil unter dem Becken werden die Wirbelgelenke der Lendenwirbelsäule gedehnt und die Bandscheiben entlastet. Der höhere Teil des Sitzkeils zeigt Richtung Füsse. Die Wirkung können Sie noch verstärken, indem Sie einen zweiten Sitzkeil auf den ersten Keil und zudem die Waden auf einen Hocker legen.
Bei gewissen Bandscheibenhernien kann mit diesem Trick ebenfalls ein Erfolg erzielt werden. Fragen Sie Ihre Chiropraktorin oder Ihren Chiropraktor, ob diese Haltung sich für Ihre Diskushernie eignet.
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Sitzkeil zur Entlastung der oberen Halswirbel
Legen Sie einen Sitzkeil auf Ihren Arbeitstisch oder auf Ihr Pult. Schon haben Sie die ideale Buchstütze und entlasten dadurch Ihre Kopfgelenke, haben weniger Kopfschmerzen und fühlenh sich fit.
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Sitzkeil für zwanzig Sekunden
Legen Sie einen Sitzkeil gemäss untenstehendem Bild auf den Boden. Stehen Sie mit beiden Füssen auf den Sitzkeil. Halten Sie sich mit beiden Händen an der Wand fest.Bringen Sie Ihren Körper nach hinten. Strecken Sie beine Knie gut durch. Machen Sie dies für 20 Sekunden. Dadurch werden die Wadenmuskeln schonend gedehnt , sie laufen elastischer und fühlen sich besser.
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